
Amelungsborn/Hannover. Der promovierte Theologe Stephan Schaede wird 59. Abt des Klosters Amelungsborn bei Holzminden. Der Klosterkonvent hat den 61-jährigen Vizepräsidenten im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus seiner Mitte in das Ehrenamt gewählt, wie das evangelische Kloster am Donnerstag mitteilte. Der Personalausschuss der hannoverschen Landeskirche habe die Wahl bestätigt. Schaede tritt im Juni die Nachfolge des früheren Regionalbischofs Eckhard Gorka an, der dem Kloster 23 Jahre lang vorsteht.
Stephan Schaede leitet den Angaben zufolge auch den Amtsbereich der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Er war unter anderem von 2010 bis 2021 Direktor der Evangelischen Akademie Loccum und danach Regionalbischof für den Sprengel Lüneburg der hannoverschen Landeskirche. 2023 wechselte er nach Hannover zu EKD. Er ist mit der Pastorin Ina Schaede verheiratet und Vater von vier Kindern.
Der Abtswechsel wird beim Kapiteltag des Klosters am 21. Juni um 15 Uhr vom Abt zu Loccum, dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister, vollzogen. Eckhard Gorka wird am 24. Mai 70 Jahre alt. Mit diesem Datum endet laut Angaben des Klosters seine Stimmberechtigung im Konvent, an dessen Sitzungen er weiter beratend teilnehmen kann. In Gorkas Amtszeit fallen unter anderem die Öffnung des Konventes für Frauen sowie umfangreiche Renovierungsarbeiten, wie jüngst die Installation einer CO2-neutralen Wärmeversorgung der historischen Anlage.
Amelungsborn ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster und wurde 1135 aus dem niederrheinischen Kloster Altenkamp heraus gegründet. Die ursprünglich romanische Klosterkirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gotisch erweitert. Seit 1568 ist das Kloster evangelisch. Mönche leben seit dieser Zeit nicht mehr in Amelungsborn. Stattdessen gibt es einen Konvent aus Menschen mit verschiedenen Berufen, die von Zeit zu Zeit im Kloster zusammenkommen.