Gedenkmarsch erinnert an Todesmarsch von KZ-Häftlingen

Holzbaracken eines ehemaligen NS-Kriegsgefangenenlagers.
Bild: epd-bild/Carsten Kalaschnikow

Bremen, Sandbostel. Mit einem Gedenkmarsch unter dem Motto „Steps to remember“ will ein großes Bündnis von Institutionen, Einrichtungen und Vereinen auf Initiative der Polizei an den Todesmarsch Tausender KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter vor 80 Jahren von Bremen in das NS-Kriegsgefangenenlager Sandbostel erinnern. Die Route folgt vom 24. bis zum 27. April auf mehr als 80 Kilometern der historischen Strecke vom Bunker Valentin in Bremen-Farge über Hagen, Beverstedt, Oerel und Bremervörde nach Sandbostel, wie die beteiligten Polizeiinspektionen am Mittwoch mitteilten.

Auf der Website www.geschichte-erlaufen.de gibt es nähere Informationen zu den Etappen, Anmeldungen sind möglich. „80 Jahre nach den Fußmärschen von mehr als 9.500 Häftlingen wird der Weg des ‚Todesmarsches‘ erneut beschritten – diesmal als ein Marsch der Hoffnung, des Gedenkens und der Gemeinschaft“, hieß es. So wollen die örtlichen Polizeien zusammen mit vielen weiteren Organisatoren „ein kraftvolles Zeichen für eine aktive Erinnerungskultur an die Ereignisse direkt vor der Haustür setzen“.

Initiatorin des Gedenkmarsches ist Polizeidirektorin Antje Schlichtmann, die die Polizeiinspektion Verden/Osterholz leitet. Alleine zum Auftakt hätten sich bisher schon etwa 500 Teilnehmende angemeldet, mit steigender Tendenz, sagte Schlichtmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Darunter seien auch Jugendliche aus Frankreich und Gäste aus Belgien. Die Teilnahme am Marsch und am Begleitprogramm sei für alle Interessierten kostenfrei möglich.

Wer mitmachen will, kann den Angaben zufolge einzelne Streckenabschnitte oder den gesamten Marsch mitgehen. Einzelpersonen können jederzeit ohne Anmeldung spontan teilnehmen. Gruppen werden gebeten, sich vorab auf der Website anzumelden.

Ein Infomobil begleitet den Gedenkmarsch und ist an den Startpunkten sowie an allen Pausenpunkten verfügbar. Zu den Organisatoren gehören neben der Polizei und Kommunen die Bremer Landeszentrale für politische Bildung, die Gedenkstätte Lager Sandbostel, die Berufsbildenden Schulen Osterholz und die Internationale Friedensschule Bremen.

Kurz vor Kriegsende wurden Häftlinge aus Außenlagern des KZ Neuengamme im Wilhelmshavener und Bremer Raum auf einen Todesmarsch in das Kriegsgefangenenlager Sandbostel geschickt, den sie am 10. April 1945 antraten. Hunderte starben unterwegs an Entkräftung oder wurden von den begleitenden Wachmannschaften ermordet. 1985 gab es anlässlich des 40. Jahrestages des Todesmarsches einen ersten Gedenkmarsch, der nun wiederholt wird.

epd Niedersachsen-Bremen