Nach Rücktritts-Ankündigung: Niedersächsische Bischöfe würdigen Weil

Hannover/Oldenburg. Evangelische Bischöfe aus Niedersachsen haben am Dienstag die Zusammenarbeit mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gewürdigt. „Für die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen danke ich Ministerpräsident Stephan Weil sehr für das vertrauensvolle und außerordentlich konstruktive Miteinander in den vergangenen zwölf Jahren“, sagte der Ratsvorsitzende und Oldenburger Bischof Thomas Adomeit, nachdem Weil bei einer Pressekonferenz seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hob Weils Verdienste um den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor.

Weil hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass er sich im Mai von seinen Ämtern zurückziehen wolle. Der 66-Jährige sprach dabei von „persönlichen Gründen“. Ursprünglich hatte er bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben wollen. Er ist seit zwölf Jahren Ministerpräsident. Nachfolger an der Spitze der Landespartei und neuer Regierungschef soll demnach Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) werden.

Adomeit und Meister wünschten Weil „Gottes Segen“ für den neuen Lebensabschnitt. Der Oldenburger Bischof blickte in seiner Würdigung auf Begegnungen voller Wertschätzung zurück. „Mit dieser zugewandten Grundhaltung, nicht nur gegenüber den evangelischen Kirchen in Niedersachsen, hat der Ministerpräsident das Land nachhaltig positiv geprägt“, sagte er. Gemeinsame Ziele seien etwa gewesen, die Anliegen von Menschen in sozialen Notlagen zur Sprache zu bringen und die Demokratie zu stärken.

Meister nannte als Beispiel für Weils Verdienste um den Zusammenhalt ausdrücklich das „Bündnis Niedersachsen packt an“ und betonte: „Hier haben die Bündnispartner quer durch die Gesellschaft bei der Bewältigung großer Herausforderungen wie der Aufnahme und Integration von geflüchteten Menschen vertrauensvoll und erfolgreich zusammengearbeitet.“ Er danke Weil im Namen der Landeskirche Hannovers und auch ganz persönlich für dessen Dienst zum Wohle des Landes.

epd Niedersachsen-Bremen